Kirche

von Karl Scriba

Auf einer Anhöhe am Nordrand von Berndorf befindet sich die Kirche, eine romanische Basilika. Die Berndorfer Kirche ist ein Baudenkmal ersten Ranges innerhalb unseres waldeckschen Raums und ist eine der ältesten vorhandenen Kirchen in Waldeck. Sie ist um 1100 errichtet worden und hat, abgesehen von später zugesetzten Strebepfeilern, das äußere Bild unwesentlich verändert.

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Im Laufe des 9. Jahrhunderts hat es selbstverständliche Erneuerungen, Änderungen und Renovierungen erheblichen Aufwandes gegeben. Die Kirche ist eine romanische Pfeilerbasilika, die dreischiffig angeordnet ist. Im Westen steht der quadratische Turm, im Osten der Chor, Mittelschiff, Turm und Chor haben die gleiche Breite. Das Mittelschiff und die beiden Seitenschiffe bilden wiederum ein Quadrat. Die Seitenschiffe werden von dem Mittelschiff erheblich überragt, das von starken Säulen oder viereckigen stämmigen Pfeilern getragen wird. Die Deckengewölbe sind Kreuzgewölbe. Alle Fenster und Schallöffnungen sind in Rundbogenform ausgeführt. Sämtliche Gliederungen sind sehr einfach gehalten.

Im Jahre 1659 wurde der "zerschlagene" Kirchturm durch Zimmermeister Merten wieder hergestellt. Im gleichen Zeitraum wird auch der Turm sein heutiges Aussehen erhalten haben; ursprünglich besaß dieser keine Treppengiebel. Die Eingangstür (Portal) besitzt einen gotischen Bogen und ist später so gestaltet worden. Ursprünglich hatte der Turm keinen ebenerdigen Eingang, den Erhielte er erst 1756. Im obersten Obergeschoß, an der westlichen Seite war der noch heute erkennbare Zugang zum Turm und der Wehranlage. Im Norden und Süden befinden sich Wehrscharten, die zugemauert sind.

Umfangreiche Wiederherstellungsarbeiten wurden im Jahre 1849 vorgenommen. Bis dahin hatte die Kirche auch noch einen nördlichen Zugang. Durch die fast vollkommene Erneuerung der Nordseite des Kirchenschiffes verschwand dieser Eingang. Die vier Strebepfeiler am südlichen Kirchenschiff wurden auch 1849 errichtet. Damit sollte ein Ausweichen der Grundmauern verhindert werden.

Das Mauerwerk der Kirche besteht aus Kalkstein, der im Berndorfer Steinbruch am Molkenberg gewonnen werden konnte.

Wenn das Bauwerk in der äußeren Form wenig Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte erfuhr, so hat das Innere der Kirche verschiedene Wandlungen erfahren, die insbesondere innerhalb der Zeit nach Beendigung des zweiten Weltkrieges sehr einschneidend waren. Heute hat die Ausgestaltung der Kirche so gut wie nichts mehr mit dem gemein, was Jahrhunderte lang Bestandteil war. Verschwunden und zerstört ist der Altar aus dem Jahre 1667, der von Heinrich Erland aus Adorf gefertigt wurde. Die im Jahre 1709 von Josias Brützel aus Immighausen, dem berühmten waldeckschen Holzschnitzer, geschaffene Kanzel musste die Kirche vor einem Jahrzehnt verlassen. Verschwunden ist ein Holzrelief "Die Enthauptung Johannes des Täufers". Der Holzwurm hat es völlig zerstört. Es war ein Werk aus der Werkstatt der Franziskaner-Mönche in Meiterdorf aus dem 16. Jahrhundert.

Ein Werk, aber mehr handwerklicher Art, ist der Kirchengemeinde erhalten geblieben. Es ist das hölzerne Taufbecken aus dem Jahre 1579. Der Tauftisch ist achteckig, darunter sind acht Tafeln eingelassen, von denen sieben Tafeln beschriftet sind. Auf diesen steht in erhabener Schrift: "Anno Domini 1579 hat Herr Daniel Engelhartz allhier Pastor sampt den Heiligen Richtern Wilhelm Hasenschart und Simon Pruntzels dise Taufe machen lasen machen Gott und der christlichen Gemeinde zu Ehren".

Weitere Bilder der Kirche:

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Freie evangelische Gemeinde in Berndorf


FeG in Berndorf

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