1150 Jahrfeier Berndorf

Schmiedefeuer lodert wieder auf

von Alfred Trachte

Ein kleines Feuer im Schlot entzünden, um die stehende Luft zu erwärmen. Dann ein wenig Papier anzünden und unter die Schmiedekohle legen. Der Lüfter bläst ständig und unaufhaltsam von unten Luft in die Kohlen. Und dann sieht man sie, die Flammen in der "Esse" dem Schmiedeofen. Die Temperatur zum schmieden muss hoch sein. 1000°C beträgt die Temperatur des Feuers, damit das Eisen bei 500° bis 600° geschmiedet werden kann erklärt mir Schmiedemeister Gerhard Scheele, der gemeinsam mit seinem Sohn Jörg extra die alte Berndorfer Dorfschmiede anheizte um das Eisen anschließend in die Glut zu legen. Wenige Minuten später war das Eisen (ein Pflugschar) rotglühend. Ab ging es damit zum Hammerwerk. Hier ließ der Schmiedemeister den Hammer kontinuierlich auf das Eisen einschlagen und schärfte so, wie in vergangenen Zeiten, mit seinen geschickten Händen diesen Pflugschar. Hiernach wurde ein weiteres Werkstück bearbeitet. Wie beim Schärfen des Pflugschares die Maschine, ging es jetzt mit Manneskraft und Schmiedekunst an das schmieden einer Aufhängung aus rohem Eisen. Auch hier konnte ich erleben, wie das Eisen in der Glut des Schmiedefeuers feuerrot wurde. Um jetzt unter den gewaltigen Schlägen von Metallbaumeister und Juniorchef Jörg Scheele auf dem schweren Amboss in die rechte Form gebracht zu werden. Gemeinsam bearbeiteten die beiden Meister noch ein Eisen. Getreu nach dem Motto "Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist" wurde ein glühend rotes Flacheisen der Länge nach gespalten. Zu nutzen wäre dieses gespaltene Stück Eisen anschließend als Maueranker. Doch da die Herstellung solcher handgeschmiedeter Eisenteile durch die Industrialisierung verdrängt wurde, bleibt die "Esse" schon seit vielen Jahren kalt. Und es wird, auch von der "Firma Scheele Metallbau" nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten gearbeitet und produziert. Aber man könnte, wenn man wollte, wieder loslegen.

Diese alte Dorfschmiede, im Herzen Berndorfs, wird in einigen Wochen wie in vergangenen Jahrzehnten wieder mit Leben erfüllt sein, wenn Berndorf zum 1150 jährigen Dorfjubiläum am 26 und 27. Juni einlädt. Und man wird verzaubert werden von dem Klang, wenn der Hammer auf den Amboss trifft. Dann werden die Alten in Erinnerungen schwelgen und die jüngeren werden die Geschickte, handwerkliche Arbeit eines Schmiedes erleben und bestaunen dürfen.

Schmiedefeuer lodert wieder auf Schmiedefeuer lodert wieder auf

Schmiedefeuer lodert wieder auf Schmiedefeuer lodert wieder auf

Schmiedefeuer lodert wieder auf