1150 Jahrfeier Berndorf

In der Schlachteküche

von Alfred Trachte

Zur Hausschlachtung kam der Hausmetzger auf den Hof. Die Schweine wurden auf dem Hof geschlachtet: Der Schlachter betäubte, tötete und teilte das Tier und bereitete alles für die Fleischbeschau vor. Das Blut wurde aufgefangen und gerührt, so das es nicht geronn.
Der Fleischbeschauer musste kommen, machte die Fleischbeschau und nahm Proben für die Trichinenuntersuchung. Dies alles geschah früher zumeist in der Schlachteküche. Der Hausschlachter brachte die Gerätschaften mit die er brauchte. Bolzenschussgerät, Brühtrog, Schabeglocken, Messer, Molle, Fleischwolf Schlachtetisch, Hackbrett und der Gleichen. Gemeinsam wurde dann mit der Frau des Hauses bestimmt, welche Würste gemacht werden sollen, was zerlegt, was geräuchert, was eingesalzen wird. Spätabends wurden auch noch die Schnitzel eingefroren! Am nächsten Tag ging es ans Wursten: Man musste sich auf einen langen, anstrengend Tag gefasst machen. Abends gab es dann das große Schlachtfest! Hierzu wurden Nachbarn und alle eingeladen die beim Schweine großfüttern geholfen haben! Dritter Tag: Es wurden die Wurstgläser eingekocht sowie das Frischfleisch eingefroren. Die frischen Würste wie die Fleischwürste, die Bock- und Bratwürste... selbst die Brühe hiervon wurde eingekocht. Am vierten Tag ging es weiter. Es wurden Räucherwürste gefertigt.
Mettwürste und Kassler brauchten noch ein paar Tage, der geräucherte Schinken mindestens drei Monate zum durchziehen! Das alles war eine große Materialschlacht: Man brauchte viele Wurstgläser und Gläser für die Brühe. Und natürlich den Platz, das alles zu lagern. Drei volle Tage: schlachten, wursten, einkochen. Man war eine halbe Woche beschäftigt, dass alles zu versorgen.

Um sich eine Vorstellung von dem enormen Aufwand und der Arbeit einer Hausschlachtung zu machen, wird den Gästen des "1150 jährigen Berndorf" während des Dorffestes vom 26.06. bis 27.06.10 ein fast einmaliger Einblick in eine solche Schlachteküche, aus vergangenen Zeiten, gewährt. Als recht ausgefallenen Gaumenschmaus wird man hier auch Spezialitäten eines solchen Schlachtefestes von Weckewerk bis Schmalzbrot probieren können.

schlachten schlachten

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