1150 Jahrfeier Berndorf

Karl Scriba übergibt nach langen Recherchen einen "Geschichtlichen Abriss" des traditionsreichen Dorfes an den "Heimat und Kulturverein Berndorf e.V.".

von Alfred Trachte
Ein weiterer Höhepunkt auf dem Weg zum "1150 jährigen Dorfjubiläum" fand am Montag den 31.5.10 statt.

Als ein geschichtlich bewanderter Bürger, der sich schon als 20 jähriger mit der Historie und der Vergangenheit des1150 jährigen Dorfes Berndorf auseinander setzte, konnte zu dem Dorfjubiläum Karl Scriba, heute bereits 82 jährig, gewonnen werden, um für die Dorfbevölkerung einen "Geschichtlichen Abriss über Berndorf" zu erstellen. Diese Chronik konnte am vergangenen Montag 31.05.10, in Heftform mit 64 Seiten dem Heimat und Kulturverein übergeben werden. Alle wichtigen Stationen des 1150 jährigen Ortes werden hier mit Bildern und Stichpunkten aufgeführt. Doch diese Daten und Informationsflut, kann man nicht zu Hause aus dem Bücherregal holen. Denn dieses Fachwissen wird nur selten nachgefragt. Hierzu müssen viele kleine und große Datenquellen aufgetan werden. Diese hat Karl Scriba im Laufe seines Lebens gefunden. Die letzten Jahrhunderte konnte er durch das Twistetaler Gemeindearchiv und das Korbacher Stadtarchiv nachvollziehen. Kam jedoch nicht umhin mehrfach, persönlich nach Marburg in das Staatsarchiv zu fahren, um entsprechendes Material zu suchen, sichten, abzuschreiben und bei Bedarf zu kopieren. Hier konnte er das Berndorfer Saalbuch von 1682 sichten, welches dem heutigen Grundbuch / Katasterbuch gleichkommt. Dieses Material nutzte er, um in den vergangenen Jahren schon die Berndorfer Geschichtsblätter zusammen zustellen. Doch dieses neue Heft " Berndorf 860 bis 2010 - Geschichte eines Dorfes in Waldeck" ist keine Abschrift der schon bestehenden Hefte, sondern neues Wissen, neue Daten werden dem Interessierten näher gebracht und zum Teil mit Kommentaren und Anmerkungen versehen, welche die Zusammenhänge einfacher und verständlicher machen.

Auf die Frage, wie viel Zeit er mit dem Erstellen und Zusammentragen, der vielen Daten gebraucht hat, bekam ich zur Antwort: "Das kann man nicht mehr rechnen." Jedoch fällt es Karl Scriba leicht, die vergangenen 50 Jahre mit genaueren Daten und Fakten zu belegen. Denn hierrüber sammelt er akribisch alle wesentlichen Kommentare so wie Zeitungsberichte seines Heimatortes Berndorf. Doch, da der Abriss mehr als 60 Jahre zurückgreift, nämlich 1150 Jahre, findet er auch hier nicht alle Informationen die er sucht. So greift er auch häufig auf Dorfchroniken der Nachbarorte zurück oder auf weitere geschichtliche Bücher. So auch auf das Buch: "Bau und Kunstdenkmäler im Kreis des Eisenbergs" aus dem Jahr 1939. In dem er wesentliche Daten zur Kirche und geschichtlichen Dingen über die Vergangenheit von Berndorf findet. Doch alle Texte und Materialien muss er selber lesen und für die entsprechende Nutzung aufarbeiten so wie zusammenschreiben. Dies hält ihn jedoch, auch trotz seinem hohen Alter, geistig sehr fit. Sein Sohn Dr. Arnulf Scriba indes ist von dem Fieber "Geschichte und Historie" ebenso infiziert. Er schrieb das Buch "Das Fürstentum Waldeck von 1815 bis 1848".

Bei seinen Recherchen zur Berndorfer Vergangenheit, hat Karl Scriba von seiner Frau Ilse stets aktive Hilfe und Unterstützung erfahren. So das er jeder Zeit seinen geschichtlichen Interessen nachgehen konnte. So sind auch wir vom Heimat und Kulturverein dankbar, einen so engagierten Mitbürger für die geschichtlichen Hintergründe Berndorfs gewinnen zu können der bereit war, entsprechendes Material zusammen zu tragen, aufzuarbeiten und für uns Berndorfer nieder zu schreiben. So das wir das Heft, zu unserem 1150 jährigen Jubiläum, in Händen halten können.

Herr K. Scriba im September 09 bei den Vorbereitungen zu der Chronik  (Foto: A. Trachte) Herr K. Scriba so wie Mitglieder des Heimat und Kulturvereins und Herr B. Widder vom Verlag Bing und Schwarz bei der Übergabe der Chronik (Foto: Heinfried Wilke)
Das Deckblatt der Chronik (Foto: A. Trachte)